NEUESTE BEITRÄGE

Interkulturelle Kompetenz

|
Interkulturelle Kompetenz – was ist das eigentlich? In unserer globalisierten Arbeits- und Lebenswelt kann eine gemeinsame Kultur nicht mehr vorausgesetzt werden. Wir haben Kontakt mit Menschen unterschiedlicher Muttersprachen, arbeiten in multikulturellen Teams, mit anderen Abteilungen und sich ständig verändernden Organisationen und leben in einer multikulturellen Gesellschaft. Und: Kultur ist auch ein strategischer Kostenfaktor! Denn meist bringen erst teure Konflikte und Verzögerungen an den Tag, dass man von unterschiedlichen Erwartungen ausgegangen ist. Kulturelle Vielfalt bietet aber auch ein großes Potenzial durch die unterschiedlichen Sichtweisen und Herangehensweisen, die hier zusammenkommen, und wird von immer mehr Unternehmen gezielt eingesetzt, um innovative Wege zu gehen. Mit den Herausforderungen interkultureller Zusammenarbeit konstruktiv umzugehen und ihr Potenzial erfolgreich nutzen zu können, erfordert jedoch interkulturell kompetent zu handeln. Was heißt aber eigentlich „interkulturelle Kompetenz“? Zunächst ist es wichtig, den Kontext zu betrachten, für den ich diese brauche, denn unterschiedliche Zusammenhänge erfordern unterschiedliche Kompetenzen und Wissen. Geht es beispielsweise darum, dass ein Mitarbeiter nach China entsandt werden soll, um dort eine Niederlassung aufzubauen, kann es hilfreich sein, Wissen über die Gepflogenheiten und Standards dieser speziellen Kultur zu erwerben, also kulturspezifisches Wissen. Dieses Wissen gibt eine erste Orientierung in dem Land und kann hilfreich sein im alltäglichen Leben. Es hilft jedoch nur bedingt in der intensiveren Interaktion, beispielsweise in der Zusammenarbeit, denn in dieser wird schnell deutlich, dass Nationalkultur nur ein Faktor von vielen ist, der dazu führen kann, dass ich das Verhalten meines Gegenübers nicht verstehe. Denn es gibt ihn nicht, leider oder viel mehr zum Glück, „den Chinesen“ oder „den Deutschen“. Das Unterscheiden und Kategorisieren in Nationalkulturen hilft also nur bedingt weiter, denn die Identität eines Menschen besteht aus einer Vielzahl von Faktoren: persönlichen Eigenschaften, Wertvorstellungen, sozialer Herkunft, biografischen Einflüssen, verschiedenen Gruppenzugehörigkeiten und vielem mehr. Auch die aktuelle Lebenssituation spielt eine wichtige Rolle. Nur ein Faktor dieser Einflüsse ist die kulturelle Prägung des Landes, in dem man aufgewachsen ist. Daher ist interkulturelle Kompetenz auch kein Expertenwissen über alle Kulturen der 195 Staaten der Erde, sondern wirkt vielmehr auf der Interaktionsebene. Folgende Fähigkeiten bilden somit ihre Eckpfeiler: 1. Reflexionsfähigkeit und Fähigkeit des Perspektivwechsels: Unterschiede, Bedürfnisse und Konflikte hinterfragen und verstehen wollen. Wo haben wir unterschiedliche Erwartungen? Was habe ich für implizite Vorstellungen? Wie sieht mein Gegenüber möglicherweise die Situation? Wo haben wir unterschiedliche Wahrnehmungen und Vorstellungen dessen, was „normal“ ist? Denn normal ist immer relativ und oft lohnt sich ein Blick auf die hinter dem Verhalten liegende Absicht oder Wertvorstellung. So verwenden wir beispielsweise häufig eine sehr direkte Sprache, die wir als „ehrliche, tatkräftige und sachorientierte“ Art schätzen. Auf Menschen, für die eine indirektere Kommunikation normal ist, wirkt das jedoch schnell respektlos und unhöflich. 2. Haltungen und Einstellungen: Hierzu zählt zum einen die Ambiguitätstoleranz, d. h. Unterschiede und unterschiedliche Vorstellung aushalten können. Wo irritiert mich das Verhalten des anderen? Kann ich dieses aushalten, ohne es gemäß meiner eigenen Vorstellungen zu bewerten? Zum anderen ist hier Empathiefähigkeit ein wichtiger Faktor, d. h. eine bewusste Wahrnehmung der Lebenswelt und der Lebenslage meines Gegenübers. 3. Rollendistanz: Das heißt, ein Bewusstsein über den eigenen Status und die eigene Rolle zu haben. Insbesondere in Behörden und Ämtern in der Arbeit mit Migranten und Migrantinnen hat dies eine große Relevanz. Welche Möglichkeiten der gesellschaftlichen Teilhabe hat mein Gegenüber und wie wirkt sich dies möglicherweise auf seine Lebenssituation und sein Verhalten aus? Denn letztendlich haben alle Menschen die gleichen Grundbedürfnisse, gleich, welche Herkunft sie haben. 4. Handlungskompetenz: Hierzu gehören kulturtheoretisches Wissen, kulturelles Bewusstsein sowie Kenntnisse unterschiedlicher Kommunikationsmuster und Strategien für die Lösung von Konflikten. Interkulturelle Kompetenz ist also deutlich mehr als ein erworbenes Wissen über andere Kulturen. Sie ist vielmehr ein ganzes Set von Wissen, Fähigkeiten und Kompetenzen. Und sie erfordert einen beständigen Aushandlungsprozess von Normen, Werten, Sicht- und Herangehensweisen und ist nicht statisch. So wird interkulturelle Kompetenz auch nicht einmalig erworben oder gilt zu einem bestimmten Zeitpunkt als abgeschlossen. Vielmehr handelt es sich um einen dynamischen Lern- und Reflexionsprozess, der sich stets mit jeder Auseinandersetzung mit den oben beschriebenen Kompetenzen und mit jeder neuen interkulturellen Situation weiterentwickelt. Wir laden Sie in unseren Workshops, Teamentwicklungen und Coachings ein, in diesen Prozess einzusteigen und unterstützen Sie bei der Entwicklung konkreter Handlungs- und Lösungsoptionen für die interkulturelle Zusammenarbeit. Herzliche Grüße, Sandra Hertlein

Resilienz und Emotionen im beruflichen und persönlichen Alltag

|
„Bevor du auf die Bühne gehst, musst du wissen, wo dein zu Hause ist!“ – Resilienz und Emotionen im beruflichen und persönlichen Alltag Während meiner Ausbildung zur Schauspielerin bekam ich viele handwerkliche Skills, um auf der Bühne und im Alltag des Theaters „optimal funktionieren“ zu können. Ich trainierte meine Stimme und meinen Körper, um leistungsfähig, effektiv und flexibel arbeiten zu können. Dann bekam ich einen Lehrer, der für mich bis heute einer meiner wichtigsten Mentoren ist. Ich war froh und glücklich. „Grundlagen der Rollenarbeit“, endlich sollte es auf die Bühne gehen! Endlich! Ich hatte mir genau überlegt, welche Rollen ich erarbeiten wollte, ich hatte die Texte gelernt, ich war bereit. Doch ich verstand schnell, dass ich in den nächsten Monaten nicht einen einzigen Schritt auf die Bühne tun würde. „Bevor du auf die Bühne gehst, musst du wissen, wo dein zu Hause ist!“, sagte mein Lehrer kurz und knapp, als ich mich nach einigen Tagen beschwerte. Das ärgerte mich. Ich hatte mich ja schließlich nicht zu einem esoterischen Selbstfindungsseminar angemeldet, sondern ich war an einer großen Schule aufgenommen worden, um Schauspielerin zu werden! Es half nichts, ich musste durch diese Monate durch, und als ich schließlich meinen ersten Schritt auf die Bühne setzen durfte, wusste ich, was mein Ziel dort war. Ich wusste, was meine Stärken und Fähigkeiten sind und wie ich sie einsetzen konnte. Ich wusste nicht nur, WIE ich den Text umsetzen wollte, sondern WARUM es notwendig war, genau diesen Text zu erzählen und ich wusste, dass mich nichts davon abbringen konnte, auf die Bühne zu gehen und Menschen zu bewegen. Erst viele Jahre später verstand ich, wie wichtig diese Einsichten für meinen gesamten beruflichen UND persönlichen Alltag waren – als Schauspielerin, als Coach, als Trainer, als Mutter, als Freundin. Ich habe an dieser Schule nicht nur Handwerk und Technik beigebracht bekommen, sondern ich lernte trotz aller Hindernisse und Widrigkeiten, trotz Stress, Druck, Zeitmangel, Sorgen und Krisen auf meinem Weg zu bleiben – HANDLUNGSFÄHIG zu bleiben. In unserer heutigen Leistungsgesellschaft ist diese Fähigkeit lebensnotwendig geworden. Der Fachbegriff dafür lautet Resilienz. Es bedeutet eine seelische Widerstandsfähigkeit zu trainieren, um aus jeder beliebigen Lage wieder die aufrechte Haltung einnehmen zu können und flexibel und kreativ reagieren zu können. Was bedeutet das konkret für unser Training oder Coaching? Ich begleite und trainiere Sie darin, Ihre Resilienz zu stärken. Dabei liegt mein Schwerpunkt darin:
  • Ihre Fähigkeit zu erhöhen, auch in Stresssituationen Emotionen erkennen und steuern zu können.
  • Ihre Stärken herauszuarbeiten, damit Sie ein gutes Selbstwertgefühl haben.
  • Mit Ihnen gemeinsam Ihre größte Motivation herauszufinden.
Emotion und Motivation Die Fähigkeit, die eigenen Emotionen erkennen und steuern zu können, ist zentral. Das Wort „Emotion“ stammt vom lateinischen Begriff „movere“, also „bewegen“. Emotionalität ist immer mit etwas verknüpft, das uns wichtig ist, etwas, das Bedeutung hat. Damit ist sie ein wesentlicher Bestandteil unserer Motivation – entweder zu etwas hin oder von etwas weg. Es gilt also herauszufinden, was Ihre größte Motivation ist, denn diese bewegt Sie, macht Sie aktiv und damit auch andere. Äußere Bewegung ändert innere Bewegung Ruhelosigkeit hemmt das optimale Funktionieren. Durch meine Arbeit als Schauspielerin habe ich gelernt, dass sich Gedanken und Emotionen im Körper spiegeln. Daher arbeite ich ebenfalls mit Übungen, die Ihren Körper aufrichten, stärken und zur Ruhe kommen lassen. Es ist Ihre Entscheidung, wie Sie auf Ihr Leben blicken! Weitere Faktoren, die wir zur Stärkung Ihrer Resilienz anschauen und bearbeiten werden, sind Ihre Selbstwirksamkeit (die Überzeugung, dass Sie aus eigener Kraft etwas bewegen können), Ihre Akzeptanz der Vergangenheit und dem Jetztzustand gegenüber (die Überzeugung, dass Veränderungen Chancen sind), Ihr soziales Netzwerk (das Wissen, dass Sie jederzeit um Hilfe bitten können, dürfen und müssen) und Ihre optimistische Grundhaltung (das Bewusstsein, dass es allein Ihre eigene Entscheidung ist, wie Sie auf Ihr Leben und auf Ihre Arbeit blicken). Dabei ist es mir sehr wichtig, dass Sie lösungs- und zukunftsorientiert auf all das blicken, damit Sie direkt neue Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten bekommen. Resilienz ist nichts, was „man hat oder nicht“. Es ist lernbar. Und wenn William Shakespeare recht hat mit seiner Aussage, dass die ganze Welt letztlich eine Bühne ist, dann gilt für jeden Menschen in dieser Welt: „Bevor du auf die Bühne gehst, musst du wissen, wo dein zu Hause ist!“ Herzliche Grüße, Melanie Lüninghöner

„Organisationsentwicklung – ganz praktisch“

|
Liebe Blogleserinnen und -leser, aktuell befinde ich mich in einem ganz besonderen „Changeprozess“: Ich lerne neue Medien kennen – und auch lieben. Vor Kurzem habe ich meinen ersten Podcast gesprochen – ja, in einem richtigen Tonstudio. Das hat viel Spaß gemacht und war zeitgleich auch sehr aufregend. Selbstverständlich bekommen die „Podcast-Abonnenten“ ein sogenanntes „Freebie“, also eine Datei zum „download“ – nur: Was ist mit den teamact-Freunden, die dieses Medium noch nicht nutzen? Genau für sie habe ich die Inhalte für den Blog zusammengestellt. Lesen Sie weiter…

Viele Coaches verderben den Brei?

|
Genau das dachte ich vor Jahren auch – als ich noch davon überzeugt war, dass ganz klassisch jede Kundin/jeder Kunde mit ausschließlich einem Coach arbeitet. Somit habe ich viele Jahre unseren Kundinnen und Kunden jeweils den passenden teamact-Experten für das „Hauptanliegen” empfohlen. Lesen Sie weiter…

Resilienz entwickeln in Zeiten der Veränderung

|

In vielen Organisationen stehen die Zeichen auf Wandel und Veränderung. Abteilungen werden umstrukturiert, neue Produkte entwickelt, neue Leitlinien implementiert oder andere kulturelle Aspekte verändert. Für die Betroffenen bedeutet das immer erst mal ein Zusatz an Arbeit: „Wie soll ich das jetzt auch noch zusätzlich schaffen?“

Lesen Sie weiter…