Einblicke in das Stimmcoaching von Barbara Müller

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„Hähem. Räusper. Kieks.“ Kennen Sie das? Sie haben einen Frosch im Hals. Etwas schnürt Ihnen die Kehle zu. Oder es verschlägt Ihnen sogar die Sprache. Was können Sie tun, damit Ihre Stimme in den entscheidenden Momenten nicht brüchig wird oder sich überschlägt? Um die Sache mit den Redensarten auf die Spitze zu treiben: Die Sprache ist der Spiegel der Seele. Stimme und Stimmung haben nicht zufällig denselben Wortstamm. Als Schauspielerin und Regisseurin weiß ich, wie sehr Lampenfieber und Aufregung eine Stimme beeinträchtigen können.

Damit Ihnen in anspruchsvollen Sprechsituationen nicht das Wort im Hals stecken bleibt, sollten Sie das Zusammenspiel aus Atem, Stimme und Sprechen kennen und bewusst einsetzen können.

Zunächst einmal ist es wichtig, in der eigenen Stimmlage zu sprechen, die zu Ihnen gehört wie die Augenfarbe oder die Körpergröße. Jeder Mensch kann in dieser bestimmten, ihm eigenen Tonhöhe leicht und mühelos sprechen. Wenn diese „Indifferenzlage“ dauerhaft verlassen wird, überschlägt sich im Extremfall die Stimme und es kommt zu Anspannungen und Belastungen der Stimme bis zur Heiserkeit. Dies ermüdet Zuhörer und Sprecher. Die Stimme sollte beim Sprechen je nach Sprechmelodie um die Indifferenzlage pendeln. Und nur, wenn Sie in Ihrer ganz persönlichen Indifferenzlage sprechen, sind Sie authentisch.

Um die eigene Stimmlage zu finden und zu überprüfen, ob Sie überwiegend in Ihrer Indifferenzlage sprechen, probieren Sie doch mal Folgendes: Machen Sie kräftige Kaubewegungen und summen Sie dabei ein „M“. Reiben Sie sich dabei genüsslich mit der Hand über den Bauch. Stellen Sie sich etwas vor, das Sie gern essen und das mit „M“ beginnt. Summen Sie nun das „M“ und hängen Sie dann das entsprechende Wort hinten dran.

Mmmmmmmarmorkuchen – Mmmmmmmango – Mmmmmmüsli – Mmmmmmousseauchocolat – …

Merken Sie, wie sich Ihre Stimme entspannt? Sprechen Sie in dieser Stimmlage nun einen beliebigen Satz: „Herzlich Willkommen, meine sehr verehrten Damen und Herren!“

Mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit sprechen Sie nun in Ihrer Indifferenzlage.

Sie können aber noch mehr tun, um sich und Ihre Stimme auf eine Präsentation, eine Rede oder ein Meeting einzustimmen. Was haben Ihre Stimme, ein Musikinstrument und ein Spitzensportler gemein? Alle drei möchten und müssen vor Höchstleistungen aufgewärmt werden. Und das geht bei Ihrer Stimme ganz einfach: Dehnen, rekeln und strecken Sie sich. Lassen Sie die Schultern kreisen. Gähnen Sie herzhaft. Schnauben Sie wie ein Pferd. Summen Sie ein Kinderlied. Sagen Sie mehrfach energisch: „Sch“.

Das Wichtigste und Einfachste aber, was Sie für sich und Ihre Stimme vor anspruchsvollen Redesituationen tun können, ist: Atmen Sie bewusst aus. Tun Sie es laut oder leise, heimlich oder gut sichtbar, auf „F“ oder mit einem Seufzen. Aber tun Sie es. Sie werden merken, wie das bewusste Ausatmen Sie und Ihre Stimme entspannt.

Natürlich gibt es noch viel mehr Übungen und Methoden, die beim Sprechen hilfreich sind und die es Ihnen erleichtern, sich bei Ihrem „Auftritt“ souverän und authentisch zu präsentieren. In meinen Workshops und Coachings ist es mir ein Anliegen, Sie mit dem nötigen Handwerkszeug – basierend auf Methoden aus dem Schauspiel – zu unterstützen und Ihnen praxisnahe Anwendungen zu vermitteln, die Sie in Ihrem Business-Alltag nutzen können.

In diesem Sinne: entspannte und herzliche Grüße

Ihre Barbara Müller