Veränderungen – aber bitte nicht zu viel!

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Mein heutiger Blog-Artikel wird sehr persönlich, da ich meine Reflexion unseres internen Change-Prozesses mit Ihnen teilen möchte – vor allem meine „Lessons Learned“, wie es heute so schön heißt. Angefangen hat alles mit der Beauftragung der neuen teamact-Website im letzten August.

Nach dem ersten Projektmeeting war ich voller Tatendrang, da die Grundstruktur schnell klar war und somit auch meine Ziele in greifbarer Nähe waren:

  • schneller, übersichtlicher Zugang zu unseren Kernthemen für unsere Kundinnen und Kunden;
  • Präsentation im Markt als modernes, kompetentes Trainingsinstitut;
  • schneller Zugang zu den Profilen unseres Experten-Teams;
  • mehr Raum für unsere „Sei einfach besser“-Seminare

Zu meiner Stimmung nach dem Meeting passte die bekannte Zeilen von Hermann Hesse so gut: „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne …“

Als Externe hätte ich meinen Kundinnen und Kunden sofort gesagt: „Eine neue Website ist mehr als eine Website – das ist ein kompletter Change-Prozess!“ Das war mir bei der Beauftragung – erstaunlicherweise und auch zum Glück – noch nicht klar. Alles ganz einfach, oder? Leider nein – da dieser Zauber schnell verflog, als ich begann „jeden einzelnen Stein“ aufzuheben.

Doch der Reihe nach:

Nachdem von Katharina Fedder, der externen Leitung des Projekts (Inhaberin von www.montagmorgens.com) die Aufgaben verteilt waren und ich mit meinen „To-dos“ nach Hause gefahren bin, war ich in einer „hemdsärmeligen“ Stimmung und begann meine Aufgaben zu strukturieren. Je mehr Fragen ich mir stellte, desto mehr Fragen kamen auf. Plötzlich fand ich mich in der Schock-Phase der Veränderungskurve wieder – spätestens, als ich realisiert hatte, dass dieses Projekt eine komplette Neupositionierung von teamact bedeutete. Ich erinnere mich an ein Gespräch mit Katharina Fedder, die mir dies lachend bestätigte – denn: Ihr war das als Externe natürlich von Anfang an klar gewesen. Danke, Katharina, für deine Geduld sowie die kompetente und sensible Prozessbegleitung.

TA_Die-Veraenderungskurve

So, nun war ich also ganz klassisch in der Schock-Phase und direkt in der Verneinungsphase gemäß dem Motto: „Eigentlich brauchen wir keine neue Website – die „Alte“ ist doch noch gut!“mit dem Subtext: „Ich habe Angst vor so viel Veränderung.“ Ich hatte übrigens sofort 10 gute Gründe für das „Verschieben“ des Projekts, die alle rational logisch und schlüssig klangen. Gerne denke ich an meine Kollegin Marianne Hoehl die, als ich dies einmal anklingen ließ, einfach nur sagte: „Wir machen das jetzt!“ Danke, liebe Marianne für deine mentale Unterstützung.

Rückblickend bin ich für das Erleben dieser Rolle als externe Prozessbegleitung in der Leitung von Veränderungsprozessen in Organisationen und für Einzelpersonen so dankbar, denn: Ich habe (wieder) viel mehr tiefes Verständnis für diese Phasen und die dazugehörenden Verhaltensmuster gewonnen.

Die „Einsicht“ kam bei mir bereits nach wenigen Tagen und die Akzeptanz dauerte noch etwas länger, da der Weg durchs „Nadelöhr“ in meinem Veränderungsprozess viele Schritte vor und zurück bedeutete. Mein ganz besonderer Dank gilt hier meiner Kollegin Steffi Weil, die mich mit viel Geduld, Ruhe und Motivation auf diesem Weg begleitet hat.

Die Phase des „Ausprobierens“ war geprägt von vielen intensiven Stunden mit Gerd Dreßen von goodcomm (www.goodcomm.de) auf dem Weg zu punktgenauen Texten, die unsere Kompetenzen für unsere Kundinnen und Kunden mit viel Kompetenz und Humor begleitete (… und das mit viel leckerem Tee).

Ein weiteres Highlight waren die Besprechungen der Profile mit den jeweiligen Teamact-Coaches – ein wertvoller Prozess geprägt von der „Schärfung der Profile“ unter Berücksichtigung der individuellen Kompetenzen, Erfahrungen, Talente und Leidenschaften.

Und dann kam der, aus meiner Sicht, wichtigste Part unserer Positionierung: die Entwicklung unseres „Selbstverständnisses“ im Rahmen unserer Weihnachtstagung. Stephi Wersig (http://www.admomentum.de) hat uns mit viel Professionalität und kreativen Methoden durch einen Prozess geführt, an dessen Ende unser Selbstverständnis steht, mit dem wir alle uns verbunden fühlen und das wir leben.

Was sind nun meine Erkenntnisse aus diesem Prozess:

  • Auch erfahrene „Changemanager“ erleben die Phasen der Veränderungskurve in allen Facetten!
  • In Veränderungsprozessen sind kompetente externe Partner zur Supervision und Prozessbegleitung wichtig – auch für erfahrene „Changemanager“!
  • Durch meine Reflexion dieser Erfahrungen kann ich diese aktiv für meine Kundinnen und Kunden nutzen.
  • Wir sind ein starkes Team, in dem es Raum gibt für den Austausch über schwierige Situationen – genau das bringt uns persönlich und als Team weiter.

Übrigens: Wir sind natürlich noch in der Phase der „Integration“ und freuen uns auf die nächsten Veränderungsprozesse, da wir uns als lernende Organisation verstehen.

Und: Veränderung – aber bitte (nicht zu) viel!

Es grüßt Sie herzlichst

Ihre Melanie Conrad