Ziel-Arbeit im NLP

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Pünktlich zum Jahreswechsel ist er wieder da – der Wunsch etwas zu verändern, und zwar mit dem Stichtag 1. Januar 2014.

  • „Ich will mit dem Rauchen aufhören!“
  • „Ich muss unbedingt ein paar Kilo abnehmen!“
  • „Ab sofort werde ich regelmäßig Sport treiben!“

Klassische „gute Vorsätze“ für das neue Jahr. Wie aber schaffe ich es, diese Ziele tatsächlich anzugehen und möglichst auch zu erreichen?

Leider reicht es in der Regel nicht aus, sich Ziele zu setzen, die rein vernunftgesteuert sind. Unbewusstes Denken und Wahrnehmen spielt für die Zielerreichung eine ebenso entscheidende Rolle. Erst die sinnlich-konkrete Vorstellung des Ziels erlaubt eine präzise Planung tatsächlicher Schritte. Mögliche Einwände und Konsequenzen können wahrgenommen und integriert werden. Durch diese Klarheit entsteht eine hohe Motivation und Entschiedenheit.

Im NLP spricht man von der „Wohlgeformtheit eines Ziels“.
Damit sind Formulierungskriterien gemeint, die die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass das Ziel auch erreicht werden kann.

Der Begriff S.P.E.Z.I. ist ein Initialwort für fünf Kriterien, die das Ziel konkreter und die einzelnen Schritte dorthin leichter überprüfbar machen:

1. Sinnlich konkret wahrnehmbar

„Woran erkenne ich, dass ich mein Ziel erreicht habe?“
„Woran erkennen andere Menschen, dass ich mein Ziel erreicht habe?“

2. Positiv formuliert
„Was genau will ich erreichen?“

3. Eigenständig erreichbar
„Was kann oder muss ich tun, um mein Ziel aus eigener Kraft zu erreichen?“

4. Zusammenhang geklärt
„In welchem Zusammenhang, mit welchen Menschen und in welchem Zeitraum will ich dieses Ziel erreichen?“

5. Intention erhalten
„Welche positive Intention erfüllt das Verhalten, dass ich verändern/abschaffen möchte?“
„Wie kann diese Intension in meinem neuen Ziel genauso gut erhalten bleiben?“

Das „I“ in S.P.E.Z.I. ist tatsächlich das i-Tüpfelchen dieses Modells, denn das Fehlen genau dieses Schrittes ist der häufigste Grund für das Verfehlen von Zielen. Die positive Intension gilt es auf jeden Fall in das neue Verhalten „hinüberzuretten“.

Ein Beispiel: Ein Raucher raucht nicht nur, weil es ihm gut schmeckt, sondern weil es ihn beruhigt, weil es gesellig ist oder weil es der Gewichtskontrolle dient. Wer sich also vorgenommen hat, mit dem Rauchen nachhaltig aufzuhören, sollte versuchen, S.P.E.Z.I dabei auf jeden Fall zu berücksichtigen.

Sehr häufig werden Ziele nicht erreicht, weil das Ziel „ungünstig“ definiert wurde.

Dann ist es wichtig, die Formulierung des Ziels nochmals genau zu überprüfen. Enthält sie Negationen und Vergleiche, wird meist der Fokus zum Problem aufrechterhalten, z.B.: „Ich will nicht mehr rauchen.“

Eine mögliche Alternative wäre: „Ich lebe gesund und genieße die klare, frische Luft.“

Ziele sollten immer positiv, aktiv und in der Gegenwartsform formuliert werden. Ist das innere Bild von der Zukunft möglichst präzise und vollständig, ist es leichter diesen Zustand auch tatsächlich zu erreichen.

Und – es ist immer hilfreich, sich Verbündete zu suchen. Am besten Menschen, die ihre Ziele schon realisiert haben und auf dem Weg zur Zielerreichung helfen können.

„Wenn der Mensch sich etwas vornimmt, so ist ihm mehr möglich als man glaubt.“
Johann Heinrich Pestalozzi
(Schweizer Pädagoge und Philosoph 1746 – 1827)